Unser wissenschaftliches Institut hat zum Ziel, die Wirkung von Infraschall und „low frequency noise“ (LFN) auf biologische Gewebe und Organismen systematisch zu erforschen.
Auch wenn gegenwärtig viele Menschen Infraschall mit der von Windrädern emittierten Schallenergie verbinden, so ist die Arbeitsgruppe wesentlich breiter aufgestellt. Infraschall ist in der Natur, der modernen Technik und Industrie ein weit verbreitetes Phänomen: er begegnet uns beispielsweise als Kommunikationsmedium bei bestimmten Tieren (Wale, Elefanten und andere), als Naturphänomen (Vulkane, Erdbeben, Stürme), als technischer Infraschall (Heizanlagen, Kühlanlagen, Motoren, Windräder) und als Instrument medizinischer Therapiekonzepte (Tumorbehandlung).
Seit 2017 konnten eine Reihe von Messmethoden entwickelt werden: Infraschall wird entweder direkt auf die zu untersuchende Gewebestruktur übertragen oder wir bedienen uns eines Trägermediums (Luft, Wasser) oder benutzen hier kombinierte Verfahren. Wir messen an isolierten Präparaten den Einfluss von Infraschall auf die Muskelmechanik, wir analysieren die elektromechanische Kopplung mit Schwerpunkt auf dem intracellulären Calciummetabolismus (haben aber auch die Natriumdarstellung etabliert), wir verwenden die Methodik der gehäuteten Muskelfaser um den Einfluss von Schallsignalen auf den isolierten kontraktilen Apparat zu messen und wir verwenden isolierte myocardiale Myocyten, d.h. wir untersuchen die Wirkung von Infraschall auf Einzelzellebene.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe genießen national als auch international einen exzellenten Ruf. Das spiegelt sich in der Mitgliedschaft in zahlreichen Gremien ebenso wider wie in der Unterstützung durch Drittmittel. So erhielt der Leiter der Arbeitsgruppe eine Spende von einer Million Euro aus der Wirtschaft, um diese wichtigen Forschungsarbeiten weiter vorantreiben zu können.
Die Arbeitsgruppe Infraschall beendete ihre Forschungsarbeiten in den Räumlichkeiten der Unimedizin im September 2022. Sie ging sodann über in das "Institut für Infraschallforschung", das keine Anbindung an die Unimedizin hat. Daten, Forschungsergebnisse und Befunde, die unter Nutzung der Infrastruktur der Unimedizin gewonnen wurden, werden auch in Zukunft entsprechend gekennzeichnet. Die veröffentlichten wissenschaftlichen Ergebnisse sind stets den jeweiligen Autoren zuzuordnen. Sie repräsentieren nicht eine Meinung oder Sichtweise der Unimedizin.
Ihr Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl
Leiter des Instituts für Infraschallforschung

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